Ein gutes Briefing ist der Unterschied zwischen einem Video, das verkauft, und einem, das niemand zu Ende schaut. Hier sind die zehn Bausteine, eine Vorlage zum Kopieren und die häufigsten Fehler aus über 1.700 Kooperationen.
- Gib klare Leitplanken vor, aber kein Skript. Der Stil des Creators verkauft.
- Eine Kernbotschaft statt fünf Produktvorteile.
- Must-haves und No-gos sauber trennen.
- Termine, Freigabe, Kennzeichnung, Code und Link immer schriftlich festhalten.
- Maximal zwei Seiten. Was länger ist, liest niemand.
Warum das Briefing über Erfolg entscheidet
Die meisten Kooperationen scheitern nicht am Creator, sondern am Briefing. Zu vage, und es kommt etwas völlig anderes raus. Zu streng, und das Video wirkt wie eine abgelesene Werbung, die jeder wegwischt. Ein gutes Briefing gibt klare Leitplanken und lässt dem Creator trotzdem Raum für seinen Stil. Denn genau dafür buchst du ihn.
Die 10 Bausteine eines guten Briefings
- Brand in drei Sätzen: Wer seid ihr, wofür steht ihr, wie klingt ihr?
- Produkt: Was ist es, was kann es, was macht es besser als die Alternativen?
- Ziel: Bekanntheit, Klicks oder Verkäufe? Davon hängt ab, wie stark der Call-to-Action sein muss.
- Zielgruppe: Wen willst du erreichen, und welches Problem hat diese Person?
- Eine Kernbotschaft: Was soll hängen bleiben? Eine Botschaft, nicht fünf.
- Must-haves: Was muss rein, zum Beispiel Produkt in der Hand, Name korrekt ausgesprochen, Code genannt?
- No-gos: Was darf nicht passieren, etwa Heilversprechen, Konkurrenzprodukte im Bild, bestimmte Wörter?
- Format & Kanal: Reel, TikTok, Story-Sequenz? Länge, Anzahl, Hochformat.
- Termine & Freigabe: Wann wird geliefert, wann geprüft, wann gepostet?
- Kennzeichnung, Link & Code: Genaue Vorgabe für „Werbung“, Rabattcode und UTM-Link.
Vorlage zum Kopieren
Über uns: [3 Sätze zu Brand und Tonalität]
Produkt: [Name, Nutzen, Preis, Besonderheit]
Ziel: [z. B. Verkäufe über Code]
Zielgruppe: [z. B. Frauen 25 bis 35, wenig Zeit, wollen unkomplizierte Pflege]
Kernbotschaft: [ein Satz]
Must-haves: [Liste]
No-gos: [Liste]
Format: [z. B. 1 Reel, 30 bis 45 Sekunden + 3 Stories mit Link]
Termine: Entwurf bis [Datum], Feedback bis [Datum], Posting am [Datum]
Kennzeichnung: „Werbung“ am Anfang von Caption und Video, auf jeder Story
Code & Link: [CODE15], [UTM-Link]
Ansprechpartner: [Name, Kontakt]
Wie viel kreative Freiheit?
Gib die Botschaft vor, nicht das Skript. Creator wissen am besten, wie ihre Community tickt. Ein vorgeschriebener Text wird abgelesen, und das merkt man sofort. Besser:
- Hook in den ersten zwei Sekunden: Gib zwei, drei Ideen als Inspiration, lass den Creator aber wählen.
- Echte Anwendung: Produkt zeigen, wie es wirklich benutzt wird, statt es nur in die Kamera zu halten.
- Eigene Worte: Lass den Creator in seiner Sprache erklären, warum er das Produkt mag.
- Beispiele statt Regeln: Verlinke zwei, drei Videos, die dir gefallen, und sag, warum.
Typische Fehler
- Zu viele Botschaften: Fünf Produktvorteile in 30 Sekunden bleiben bei niemandem hängen.
- Ein Briefing für alle: Ein Comedy-Creator braucht andere Freiheiten als ein Beauty-Creator.
- Keine Freigabeschleife: Ohne Prüfung vor dem Posting landen Fehler direkt bei Tausenden.
- Kennzeichnung vergessen: Das Risiko trägt auch deine Brand. Mehr dazu im Ratgeber zur Werbekennzeichnung.
- Feedback in zehn Runden: Bündle deine Anmerkungen. Eine Korrekturschleife ist fair, drei sind zu viel.
Checkliste vor dem Versand
- Passt das Briefing auf maximal zwei Seiten?
- Gibt es genau eine Kernbotschaft?
- Sind Must-haves und No-gos klar getrennt?
- Stehen alle Termine inklusive Freigabe drin?
- Sind Kennzeichnung, Code und Link eindeutig vorgegeben?
- Bleibt genug Raum für den Stil des Creators?
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Influencer-Briefing sein?
So kurz wie möglich, meist eine bis zwei Seiten. Alles Wichtige sollte auf einen Blick erkennbar sein: Ziel, Kernbotschaft, Must-haves, No-gos, Termine und Kennzeichnung.
Sollte ich dem Creator ein Skript geben?
Lieber nicht. Gib die Botschaft und Beispiele vor und lass den Creator in seinen eigenen Worten sprechen. Abgelesene Texte wirken unecht und performen schlechter.
Wie viele Korrekturschleifen sind fair?
Eine Korrekturschleife ist üblich und fair. Bündle dein Feedback und halte es im Vertrag fest, damit es keine Missverständnisse gibt.
Was gehört zwingend ins Briefing?
Ziel, Kernbotschaft, Format, Termine, Freigabeprozess, Vorgaben zur Werbekennzeichnung sowie Rabattcode und Link.
Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Zahlen sind Richtwerte und können je nach Branche, Creator und Plattform abweichen.


