Was kostet ein Influencer, wie viel Budget brauchst du für den Start und wie viel davon kommt beim Creator an? Hier sind die aktuellen Preise für den DACH-Raum, eine einfache Rechenformel und die Fragen, die du jeder Agentur stellen solltest.
- Micro-Creator (10.000 bis 100.000 Follower) kosten meist 800 bis 3.000 € pro Paket.
- Fairer als Follower ist der TKP: nach Verhandlung meist 15 bis 35 € pro 1.000 Views auf Instagram und TikTok.
- Nutzungsrechte kosten 20 bis 50 % extra, Exklusivität 30 bis 100 %.
- Für einen ersten Test reichen 3.000 bis 10.000 € Creator-Budget über mindestens drei Monate.
- Frag jede Agentur, wie viel vom Budget beim Creator ankommt.
Was kostet ein Creator? Die Preise 2026
Die ehrliche Antwort zuerst: Es gibt keine Preisliste, an die sich alle halten. Zwei Accounts mit gleich vielen Followern können für dieselbe Leistung 800 € oder 2.400 € verlangen. Trotzdem gibt es Spannen, an denen du dich orientieren kannst. Für den deutschsprachigen Markt sieht das 2026 grob so aus:
| Creator-Stufe | Follower | Typischer Preis |
|---|---|---|
| Nano | 1.000 bis 10.000 | 25 bis 250 € pro Posting |
| Micro | 10.000 bis 100.000 | 800 bis 3.000 € pro Paket aus Stories, Post oder Reel |
| Macro | 100.000 bis 1 Mio. | 3.000 bis 25.000 € pro Kampagne |
| Mega | über 1 Mio. | 25.000 bis 120.000 € und mehr pro Kampagne |
Die alte Faustregel „100 € pro 10.000 Follower“ hilft heute kaum noch. Follower sagen wenig darüber, wie viele Menschen einen Beitrag wirklich sehen. Deutlich fairer ist es, in Views zu rechnen.
Besser rechnen: Der TKP statt der Followerzahl
Der TKP (Tausend-Kontakt-Preis) zeigt, was dich 1.000 Views kosten. So kannst du Creator unterschiedlicher Größe direkt vergleichen.
Beispiel: Ein Creator verlangt 1.200 € für ein Reel, das im Schnitt 48.000 Views erreicht. Der TKP liegt bei 25 €. Aktuelle Richtwerte für Deutschland:
| Format | Üblicher TKP |
|---|---|
| Instagram Post | 15 bis 25 € |
| Instagram Story | 20 bis 50 € |
| Instagram Reel / TikTok-Video | 15 bis 35 € |
| YouTube-Integration (Teil eines Videos) | 40 bis 70 € |
| Eigenes YouTube-Video (Dedicated) | 80 bis 130 € |
Nur Views aus dem DACH-Raum zählen
Verkaufst du nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, bringen dir Views aus anderen Ländern wenig. Schau deshalb in die Länderverteilung der Insights und rechne den TKP nur auf den DACH-Anteil.
Beispiel: Ein Reel erreicht im Schnitt 20.000 Views, 80 % davon aus dem DACH-Raum. Relevant sind also 16.000 Views. Bei einem Ziel-TKP von 30 € ist eine Gage um 480 € fair, nicht 600 €.
Nicht nur TKP: Vier Wege, Creator zu bezahlen
Der TKP ist ein guter Prüfstein für faire Preise, aber nicht das einzige Modell. Je nach Ziel rechnen Brands auch nach Klicks, nach Verkäufen oder kombiniert. Jedes Modell hat einen Haken.
| Modell | So wird bezahlt | Passt für | Der Haken |
|---|---|---|---|
| Pauschale, geprüft per TKP | Fester Betrag pro Content | Bekanntheit, planbare Budgets | Views sind nicht garantiert, und der Creator hat keinen direkten Anreiz, zu verkaufen. |
| CPC, pro Link-Klick | Betrag pro Klick auf Link oder Story-Sticker | Shop-Besuche, Anmeldungen, Leads | Neugier-Klicks kaufen oft nicht. Klicks aus Stories und Bio-Links sind nur lückenhaft messbar. |
| CPA, Provision pro Verkauf | Prozent oder fester Betrag pro Verkauf, bei Konsumgütern meist 10 bis 25 % | E-Commerce mit Shop, der schon gut verkauft | Gute Creator lehnen reine Provision oft ab. Alles hängt am Tracking und am Zeitfenster der Zuordnung (meist 7 bis 30 Tage). |
| Hybrid | Basis-Honorar plus Bonus oder Provision | Die meisten Kampagnen | Nur eine Kennzahl als Bonus-Grundlage festlegen, sonst wird der Vertrag kompliziert. |
Beispiel: Eine Creatorin erreicht mit ihren Stories 20.000 Aufrufe. Erfahrungsgemäß klicken 1 bis 5 % auf den Link, wir rechnen mit 3 %: 600 Klicks. Davon kaufen typischerweise 1 bis 5 %, bei sehr gut passenden Creatorn auch mehr. Das sind 6 bis 30 Bestellungen. Bei 50 € Warenkorb bringt ein Klick also 0,50 bis 2,50 € Umsatz. Bei 50 % Deckungsbeitrag darf ein Klick höchstens 0,25 bis 1,25 € kosten. Wie hoch der faire Klickpreis ist, hängt also vor allem an der Kaufrate.
Was den Preis nach oben treibt
Das Grundhonorar ist nur ein Teil der Rechnung. Diese Faktoren verändern den Preis spürbar:
- Nutzungsrechte: Willst du den Content auch als Anzeige oder auf deiner Website nutzen, kommen typischerweise 20 bis 50 % dazu. Mehr dazu im Ratgeber zu Nutzungsrechten.
- Exklusivität: Darf der Creator für eine Zeit keine Konkurrenz bewerben, sind 30 bis 100 % Aufschlag üblich.
- Nische und Engagement: Creator mit einer kleinen, sehr kaufkräftigen Community (etwa Finanzen oder B2B) kosten pro View mehr als breite Lifestyle-Accounts.
- Produktionsaufwand: Ein schnelles Story-Unboxing ist günstiger als ein aufwendig geschnittenes Video mit Drehort.
- Segment der Brand: Gleiche Reichweite heißt nicht gleicher Preis. Eine junge D2C-Modebrand zahlt für eine Kooperation zum Beispiel 1.500 bis 3.000 €, ein Luxuslabel für dieselbe Reichweite schnell 10.000 bis 15.000 €. Creator kennen diese Unterschiede und preisen sie ein.
- B2B statt B2C: Im B2B wird mit ganz anderen Auftragsgrößen gerechnet. Eine Story, die im B2C rund 200 € kostet, liegt im B2B schnell beim Zehnfachen.
- Saison: Vor Black Friday und Weihnachten steigen die Preise, weil alle gleichzeitig buchen.
- Langfristige Zusammenarbeit: Bei Brand-Ambassador-Deals über mehrere Monate sind Rabatte von 15 % und mehr üblich.
Wie viel Budget du realistisch brauchst
Ehrlich gesagt: Influencer-Marketing lohnt sich nicht für jeden Shop sofort. Sinnvoll wird es ab etwa 50.000 bis 100.000 € Monatsumsatz und einem Budget von 5.000 bis 10.000 € pro Monat. Liegt dein Shop noch bei 20.000 bis 30.000 € im Monat, holst du mit Meta Ads und einem stärkeren Shop meist mehr raus.
Wichtig ist der Zeitraum: Plane drei bis vier Monate ein. So lange braucht ein sauberer Test, um zu sehen, welche Creator für dich verkaufen und welche nicht. Eine einzelne Story verkauft selten viel. Wiederholung baut Vertrauen auf.
Als grobe Regel gilt: Rechne das reine Creator-Honorar mal 1,5 bis 2, dann hast du die Gesamtkosten inklusive Produkten, Versand, Nutzungsrechten, Tools und Betreuung. Viele Brands investieren 10 bis 20 % ihres Marketingbudgets in Influencer-Marketing, D2C- und Beauty-Brands teils deutlich mehr.
Mit unserem Budget-Rechner siehst du in einer Minute, wie viele Kooperationen, Views und Käufe mit deinem Budget realistisch sind.
Creator finden und richtig anfragen
Bevor es ums Geld geht, brauchst du die richtigen Creator. Drei Wege haben sich bewährt:
- Tools: Datenbanken wie Kolsquare, Modash oder HypeAuditor filtern nach Nische, Land und Zielgruppe.
- KI: ChatGPT oder Claude liefern schnell eine erste Liste passender Profile, die du anschließend selbst prüfst.
- Direkt in der App: Such auf Instagram nach #anzeige, #werbung oder #ad in deiner Nische. So findest du Creator, die schon Werbung machen und Kooperationen kennen.
Angefragt wird am besten per E-Mail. Kommt keine Antwort, hak per DM nach. Für eine faire Einschätzung brauchst du vom Creator:
- Screenshots der Insights der letzten 7 und 30 Tage
- die Länderverteilung sowie Geschlecht und Alter der Zielgruppe
- seine Preisvorstellung
Ein Media Kit brauchst du nicht. Es ist meist veraltet, aktuelle Screenshots sind ehrlicher und schneller.
Agentur, Plattform oder selbst machen?
| Kriterium | Selbst machen | Plattform | Agentur |
|---|---|---|---|
| Kosten | Personal, Tools ab 200 € pro Monat | Lizenz, oft vierstellig pro Monat | Häufig 15 bis 30 % des Budgets oder Pauschale |
| Aufwand für dich | Hoch | Mittel | Gering |
| Creator-Zugang | Selbst aufbauen | Datenbank | Bestehende Kontakte und Erfahrungswerte |
| Passt für | Große Teams mit Zeit | Teams mit Know-how | Brands, die schnell starten wollen |
Keine Variante ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, wie viel Zeit und Erfahrung dein Team mitbringt.
Gerade am Anfang kann sich eine Agentur rechnen. Wer ohne Erfahrung startet, verbrennt in den ersten Monaten oft Budget und schreibt den Kanal dann vorschnell ab. Eine erfahrene Agentur kennt Creator, die für ähnliche Shops schon verkauft haben, und erkennt die Signale bei neuen Profilen. Mit diesem Wissen lässt sich später auch ein eigenes Inhouse-Team aufbauen.
Wohin dein Geld bei einer Agentur fließt
Das ist die Frage, die viele Brands nicht zu stellen wagen. Bei klassischen Agenturen ist oft unklar, wie viel vom Budget wirklich beim Creator ankommt. Manche Agenturen kaufen Creator günstig ein und berechnen dir deutlich mehr, ohne das offenzulegen.
Frag deshalb vor jeder Zusammenarbeit:
- Wie viel bekommt der Creator pro Kooperation?
- Wie hoch ist die Agenturgebühr, als Prozentsatz oder fester Betrag?
- Sind Nutzungsrechte, Produkte und Versand inklusive?
- Bekomme ich Views, Klicks und Verkäufe pro Creator ausgewiesen?
Bei uns fließt dein Kampagnenbudget komplett in die Kampagne, unser Part wird separat abgerechnet. Nach der Kampagne bekommst du eine Auswertung, was jeder Creator gekostet und gebracht hat. Wir finden: Wer seine Marge versteckt, hat meist einen Grund dafür.
Häufige Fragen
Was kostet ein Influencer mit 10.000 Followern?
Rechne mit etwa 150 bis 800 € pro Kooperation, je nach Format, Engagement und Nische. Entscheidender als die Followerzahl sind die tatsächlichen Views. Ein fairer TKP liegt nach Verhandlung meist bei 15 bis 35 €.
Wie frage ich einen Influencer richtig an?
Am besten per E-Mail, ohne Antwort per DM. Frag nach Screenshots der Insights der letzten 7 und 30 Tage mit Länderverteilung, Geschlecht und Alter sowie nach der Preisvorstellung. Ein Media Kit brauchst du nicht.
Lohnt sich Influencer-Marketing für kleine Budgets?
Nur bedingt. Mit 3.000 bis 5.000 € kannst du einzelne Creator testen. Für belastbare Ergebnisse brauchst du aber meist 5.000 bis 10.000 € pro Monat über drei bis vier Monate. Liegt dein Monatsumsatz unter etwa 50.000 €, holst du mit Meta Ads oft mehr raus.
Wie viel verdient eine Influencer-Agentur?
Üblich sind 15 bis 30 % des Kampagnenbudgets oder eine monatliche Pauschale. Manche Agenturen legen ihre Marge nicht offen. Frag deshalb immer, wie viel beim Creator ankommt.
Sind Produkte und Versand im Honorar enthalten?
Meist nicht. Produkte, Versand und eventuell Rücksendungen kommen in der Regel zum Honorar hinzu und sollten im Budget eingeplant werden.
- Kolsquare: Influencer Marketing 2026 – Das sind die Budget-Kosten
- OMR Reviews: Influencer Preisliste 2026 – TKP und was Reichweite wirklich wert ist (8. Mai 2026)
- ValueYourNetwork: Vergütung für Influencer nach Leistung (2026)
- ContentGrip: Performance-based influencer marketing
- Influencer Marketing Hub: Hybrid Commission Models
- Creator Commerce Benchmark Report 2026 (Kaufraten nach Aspire und Social Native)
- Influee: Influencer-Marketing-Budget – Wie viel solltest du 2026 ausgeben?
Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Zahlen sind Richtwerte und können je nach Branche, Creator und Plattform abweichen.


